Feiertage in der Schweiz im Jahr 2026

Im Jahr 2026 gibt es in der Schweiz 24 gesetzliche Feiertage.

UrlaubDatumKantone
Neujahr01.01.2026 (Donnerstag)Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell-Innerroden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obvalden, Schaffhausen, Szturn, St. Gallen, Tessin, Turgau, Uri, Vaux, Wallis, Zug und Zürich
Berchtoldstag2. Januar 2026 (Freitag)Aargau, Bern, Jura, Turgau und Vo
Heilige Drei Könige6. Januar 2026 (Dienstag)Graubünden, Schwyz, Tessin und Uri
Heiliger Josef19. März 2026 (Donnerstag)Graubünden, Luzern, Nidwalden, Schwitz, Tessin, Uri, Wallis und Zug
Karfreitag03.04.2026 (Freitag)Aargau, Appenzell-Ausserroden, Appenzell-Innerroden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obvalden, Schaffhausen, Szturn, Szturn, St. Gallen, Thurgau, Uri, Vo, Zug und Zürich
Ostersonntag5. April 2026 (Sonntag)Alle Länder
Ostermontag06.04.2026 (Montag)Alle Länder
Sechs Geschlechter20. April 2026 (Montag)Zürich
Tag der Arbeit01.05.2026 (Freitag)Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Freiburg, Jura, Neuenburg, Schaffhausen, Solothurn, Tessin, Thurgau, Zürich und regional
Bogenschießen14. Mai 2026 (Donnerstag)Alle Länder
Dreifaltigkeitsmontag25. Mai 2026 (Montag)Aargau, Appenzell-Ausserroden, Appenzell-Innerroden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Genf, Glarus, Graubünden, Jura, Schaffhausen, Schwitz, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Zürich und Ur
Fronleichnam04.06.2026 (Donnerstag)Aargau, Appenzell, Innerrhoden, Freiburg, Graubünden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Solothurn, Tessin, Uri, Wallis, Zug und Neuenburg
Peter und Paul29. Juni 2026 (Montag)Graubünden, Luzern, Regional und Tessin
Bundestag01.08.2026 (Samstag)Alle Länder
Mariä Himmelfahrt15.08.2026 (Samstag)Aargau, Appenzell, Innerrhoden, Freiburg, Graubünden, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Solothurn, Tessin, Uri und Zug
Genfer Gebetstag10. September 2026 (Donnerstag)Genf
Schießen unter Jungen14.09.2026 (Montag)Zürich
Bundesfeiertag des Erntedankes, der Buße und des Gebets20.09.2026 (Sonntag)Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell-Ænerroden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwölz, Zlo-Glen, St. Nicholas Turgau, Uri, Vaux, Wallis, Zug und Zürich
Mauritius-Tag 22.09.2026 (Dienstag)Appenzell, Innerrhoden, Luzern, Region und Solothurn
Heiliger Leodegar2. Oktober 2026 (Freitag)Luzerne
Halloween1. November 2026 (Sonntag)Aargau, Appenzell, Innerroden, Freiburg, Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Niedwalden, Obwalden, Schwitz, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Uri, Wallis und Zug
Unbefleckte Empfängnis8. Dezember 2026 (Dienstag)Aargau, Appenzell, Innerroden, Freiburg, Graubünden, Luzern, Niedwalden, Obwalden, Schwitz, Solothurn, Tessin, Uri, Vale und Zug
Weihnachten25. Dezember 2026 (Freitag)Alle Länder
Stephanstag26. Dezember 2026 (Samstag)Aargau, Appenzell-Ausserroden, Appenzell-Innerroden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Glarus, Graubünden, Luzern, Schaffhausen, Schwitz, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Turgau, Zürich und Zürich

Im Jahr 2026 gibt es in der Schweiz 24 gesetzliche Feiertage.

Neujahr in der Schweiz

In der Schweiz ist Neujahr (französisch Nouvel an, italienisch Capodanno) kein eidgenössisch anerkannter Feiertag. Bemerkenswert ist jedoch, dass alle Kantone am 1. Januar schließen und ihn somit zum offiziellen Feiertag erklären. Eine solche Regelung gibt es nur für Christi Himmelfahrt und Weihnachten. Die Tradition, das neue Jahr zu feiern, reicht bis ins antike Rom zurück. Bereits 153 v. Chr. wechselte der Senat an diesem Tag den Besitzer, und später wurde auch der Jahresbeginn auf den 1. Januar festgelegt. Die Kirche folgte diesem Beispiel und veröffentlichte 1691 unter Papst Innozenz XII. eine entsprechende Erklärung. Auch Martin Luther betrachtete den 1. Januar als weltliches Neujahr.

Neujahr und die Wurzeln des Feiertags

Obwohl die Wurzeln des Neujahrsfestes im antiken Rom liegen, sucht die katholische Kirche seit dem frühen Mittelalter nach ihrer eigenen Interpretation. Ursprünglich war Neujahr ein großes Marienfest, später wurde es jedoch auf die jüdische Tradition der Beschneidung Jesu an diesem Tag übertragen. Seit 1969 wird die Mutter Gottes wieder geehrt und gleichzeitig weltweit ein Tag des Friedens gefeiert.

Im alemannischen Raum und damit in der Nordschweiz wurde das sogenannte „Hohe Neujahr“ jedoch lange Zeit am Dreikönigstag gefeiert und folgte damit einer anderen Tradition.

Wie wird Neujahr in der Schweiz gefeiert?

In der Schweiz ist Silvester zumindest in Bezug auf das Brauchtum ein wichtigerer Feiertag als Neujahr. Viele Bräuche drehen sich darum, die bösen Geister des alten Jahres zu vertreiben, um geläutert ins neue Jahr zu gehen. Neben Böllern und Feuerwerk, die in der Schweiz deutlich seltener sind als in Deutschland, ziehen vielerorts Umzüge maskierter Gestalten durch die Straßen. Im Landesinneren von Appenzell hingegen wird Silvester mit den Silvesterkläusen gefeiert, die sowohl am 31. Dezember als auch am 13. Januar stattfinden. Im Berner Oberland hingegen sind es vor allem junge Menschen, die die sogenannte „Pelzmartiga“ verkörpern und sich in gruselige Masken und Pelzgewänder hüllen. Im bündnerischen Klosters wiederum treten beim Glücksschweinrennen zehn Schweine gegeneinander an – und dies sind nur einige der vielen regionalen Schweizer Bräuche. In der Schweizer Politiklandschaft markiert die Neujahrsansprache jedes Jahr den Beginn der Amtszeit des neu gewählten Bundespräsidenten.

Berchtoldstag in der Schweiz

Am Tag nach Neujahr feiern mehrere Schweizer Kantone den Berchtoldstag. Aufgrund des Datums vom 2. Januar wird er im Kanton Glarus auch Naanüüjaar (Nachneujahrstag) genannt. Eine Besonderheit ist, dass dieser Tag im Einflussbereich der Grossstädte Zürich und Bern nur am 2. Januar gefeiert wird, während er im Kanton Graubünden auf den 5. Januar fällt und die Stadt Frauenfeld im Kanton Thurgau ihn erst am dritten Montag im Januar feiert. Eine einheitliche Regelung hierzu und zur Reihenfolge der Feierlichkeiten gibt es nicht. In Teilen des Kantons Aargau sowie in den Kantonen Bern, Jura, Neuenburg, Thurgau und Waadt wird er zum gesetzlichen Feiertag erklärt, den auch die Städte Schaffhausen und Zürich begehen. Im Einzelhandel wird am Berchtoldstag häufig die Inventur durchgeführt, Banken, Postämter und die Schweizerischen Bundesbahnen sind grundsätzlich geschlossen.

Was bedeutet Berchtoldstag?

Eine Besonderheit des Berchtoldstags ist der fehlende Bezug zu einem bestimmten Heiligen. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Art Nachfeiertag, ähnlich dem Ostermontag oder dem zweiten Weihnachtsfeiertag. Zur Namensherkunft gibt es unterschiedliche Versionen, sie gehen aber alle auf das Dreikönigsfest zurück, oder wie es im Griechischen heißt, auf Epiphanie. Im Mittelhochdeutschen hieß der Tag ebenfalls „Berchteltac“ und wurde möglicherweise nach und nach ins Schweizerische übersetzt. Andere Vermutungen deuten auf einen Herzog namens Berthold oder Bertha, Königin von Burgund und Gründerin der Westschweizer Kirche, hin, doch auch hierfür fehlen Belege. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Tag im Französischen auch als „Le Berchtoldstag“ bekannt ist und keine andere Übersetzung erhalten hat.

Manche wiederum glauben, dass der Begriff „berchten“ oder „berchtelen“ der Schlüssel zum Namen Berchtoldstag ist. Er bedeutet so viel wie verkleidet umherwandern oder betteln. Es ist jedoch fraglich, ob der Name des Festes schon vor diesem Verb existierte.

Letztere Erklärung klingt fast märchenhaft. Vielleicht bezieht sich Berchtoldstag auch auf die altgermanische Frauengöttin „Perchta“. Sie wiederum stand Pate für das Märchen von Frau Holle und erscheint vor allem in den Rauchnächten, zu denen auch der 2. Januar gehört.

Was passiert am Berchtoldstag?

Die Frage nach den Ritualen und Bräuchen des Berchtoldstags lässt sich nicht eindeutig beantworten. Fakt ist, dass in den katholischen Kantonen nur wenige Veranstaltungen stattfinden und der Dreikönigstag daher einfach eine größere Bedeutung hat. Anderswo sieht die Situation anders aus. So ist beispielsweise in den Regionen um Zürich, Schaffhausen und Thurgau das sogenannte Bächteln bekannt. Dabei handelt es sich um ein Treffen in einer Beiz, bei dem fahrende Musikanten oder Kabarettisten spielen. Auch Zünfte treffen sich traditionell am Berchtoldstag, und in Frauenfeld werden die Bürger zu Brühwurst und Brot ins Rathaus eingeladen. In manchen alemannischen Regionen lässt sich eine direkte Verbindung vom Berchtoldstag zur Fasnacht herstellen. Dabei wird eine Maske getragen, mancherorts gilt dies aber auch für Silvester oder den Nikolaustag. Vor der Reformation waren diese Bräuche noch lebendiger und spiegelten sich unter anderem in der Berzel (deutsche Tracht) wider, die im Kanton Aargau, insbesondere in Hallwil und im Seetal, noch heute zu finden ist.

Dreikönigstag in der Schweiz

Der Dreikönigstag oder Epiphanias (italienisch: Epiphanie) am 6. Januar ist nur in wenigen Kantonen der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Dazu gehören das Tessin, Schwyz, Uri und einige Teile Graubündens. Aus christlicher Sicht erinnert dieser Feiertag an die Erscheinung des Herrn bzw. die Taufe Jesu, während die Heiligen Drei Könige später in diese Tradition eintraten. In der Nordschweiz wird am selben Tag auch Neujahr gefeiert, was seine Wurzeln im schwäbisch-alemannischen Brauchtum hat. In der orthodoxen Kirche und nach dem julianischen Kalender fällt der 6. Januar zudem auf Weihnachten.

Was ist der Ursprung der Epiphanias-Tradition?

Historiker vermuten, dass es das Dreikönigsfest in der Schweiz seit 1311 gibt oder dass die ersten Nachweise einzelner Zünfte aus diesem Jahr stammen. Allerdings wurde der 6. Januar bereits im alten griechisch-römischen Ägypten gefeiert. Dort galt dieses Ereignis als Geburt des Sonnengottes Ion und die damit verbundene Wintersonnenwende. Auch in der Römerzeit gab es heidnische Bräuche.

Sie wurden bereits im 2. Jahrhundert durch das Fest der Erscheinung des Herrn in der Ostkirche abgelöst. Die Einführung der Heiligen Drei Könige blieb letztlich der Westkirche vorbehalten, die den biblischen Figuren im 6. Jahrhundert auch die Namen Caspar, Melchior und Belsazar gab. Damit ist das Fest der Erscheinung des Herrn eines der ältesten, aber auch vieldeutigsten Feste der christlichen Tradition.

Welche Bräuche gibt es am Dreikönigstag in der Schweiz?

Anders als in Österreich und Deutschland wird der Dreikönigstag in der Schweiz nicht von vielen Bräuchen begleitet. Es wird auch nicht gesungen, sondern ein Dreikönigskuchen gebacken, in dessen Inneren eine Bohne versteckt ist. Wer die Bohne findet, wird für einen Tag König und darf auf Glück und Wohlstand im kommenden Jahr hoffen. Der Brauch des Dreikönigskuchens ist in der Schweiz so weit verbreitet, dass jährlich rund anderthalb Millionen Kuchen verkauft werden und er damit die erfolgreichste Spezialität des Landes ist. Der Kuchen wird aus Hefeteig hergestellt und hat eine runde Form. Die Bohne wurde mittlerweile durch eine kleine Krone aus Kunststoff ersetzt. Diese Krone wird nicht nur in der Familie, sondern schon lange auch am Arbeitsplatz verschenkt.

Auffällig an der Tradition des Dreikönigskuchenbackens ist die lange Pause, die sie hinter sich hat. Ursprünglich stammt diese Backkunst aus dem Mittelalter, wurde aber erst 1952 wiederbelebt. Ihr Begründer ist der Berner Brotforscher und Versicherungsbeamte Max Wehren (1919–2008).

In Altendorf im Kanton Schwyz   beginnt am Dreikönigstag die Fasnacht   nach alemannischer Tradition. Ausdruck davon ist ein Umzug bekannter Fasnachtsfiguren durch das Dorf.

Josefstag in der Schweiz

Der Josefstag wird in der Schweiz oft Seppitag genannt. Der Grund dafür ist die Kurzform „Sepp“, die im Schweizer Dialekt eine Abkürzung für den Namen Josef ist. Er wird am 19. März gefeiert und ist vor allem in den katholisch geprägten Regionen der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Dies sind die Kantone Nidwalden, Schwyz, Tessin, Uri und Wallis sowie einige Gemeinden in den Kantonen Graubünden, Luzern, Solothurn und Zug. Im Schweizer Kanton Tessin ist der Josefstag zugleich Vatertag, der beispielsweise in Deutschland auf Christi Himmelfahrt fällt. In Liechtenstein wird ähnlich verfahren, allerdings ist der Josefstag dort nur dann ein gesetzlicher Feiertag, wenn der 19. März nicht in die Karwoche fällt.

Was sind die Wurzeln des Josefstags oder des Josefstages?

Der Josefstag oder auch Josefsfest bezieht sich direkt auf Josef von Nazareth, den Adoptivvater Jesu. In der katholischen Kirche wird er erst seit dem Mittelalter besonders verehrt. Vor allem Bettelorden wie die Dominikaner und Franziskaner förderten ab dem 14. Jahrhundert den sogenannten Josefskult. Das Datum des 19. März bezeichnet keinen Namenstag im klassischen Sinne, sondern könnte das Äquivalent zum heidnischen Minervafest sein, einem Fest der Handwerker, das früher an diesem Tag gefeiert wurde. Mit anderen Worten wollte die katholische Kirche Josef schon damals als Schutzpatron der Handwerker und Arbeiter etablieren, was auch dadurch bestätigt wird, dass seit 1955 und unter Papst Pius XII. der Josefstag nach dem Willen der Kirche eine Alternative zum 1. Mai, dem weltlichen Tag der Arbeit, darstellt. Seit 1870 ist Josef der Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche und hat daher einen besonderen Status.

Wie wird der Josefstag in der Schweiz gefeiert?

Anders als in Österreich wird die Bedeutung des Josefstags in der Schweiz nur sporadisch wahrgenommen. Vielmehr geraten die Traditionen zunehmend in den Hintergrund. Das zeigt sich daran, dass selbst in katholischen Gebieten die Geschäfte geöffnet bleiben. Behörden, Banken und Schulen bleiben jedoch geschlossen.

Erst kürzlich, im Jahr 2016, schrieb eine der großen Schweizer Tageszeitungen: „   Josef ist in einer schwierigen Lage   “ und berichtete, dass der Feiertag in immer mehr Gemeinden abgesagt werde.

Wenn wir überhaupt von besonderen Bräuchen sprechen wollen, so sei erwähnt, dass in manchen Gemeinden Seppitag-Jass (Jass ist ein beliebtes Kartenspiel) abgehalten wird und manche Geschäfte an diesem Tag besondere Angebote für Menschen mit dem Namen Josef anbieten.

Karfreitag in der Schweiz

Karfreitag (frz. vendredi Saint, ital. Venerdì Santo) ist in fast allen Schweizer Kantonen ein gesetzlicher Feiertag. Einzige Ausnahmen bilden die beiden katholischen Kantone Tessin und Wallis. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Tradition des Karfreitags in der Schweiz erst seit 1860 besteht. Zuvor wurde er durch Gründonnerstag ersetzt. Im Rahmen der Heiligen Drei Könige ist der Karfreitag eng mit Ostern verbunden und bildet mit diesem eine Einheit. Das Datum variiert und orientiert sich am ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn. Dementsprechend wiederholt sich das Datum von Ostern (und damit auch des Karfreitags) alle 19 Jahre.

Was sind die Wurzeln des Karfreitags?

Karfreitag ist einer der ältesten religiösen Feiertage. Dass es sich um einen Fastentag handelt, wurde bereits im 2. Jahrhundert vom römischen Schriftsteller Tertullian dokumentiert. Die ersten Aufzeichnungen über die Feier von Ostern und Karfreitag stammen aus dem 4. Jahrhundert. Charakteristisch ist die Stille, in der dieser Feiertag begangen wird. Hintergrund ist das Gedenken an die Kreuzigung Jesu, die an diesem Tag um etwa die neunte Stunde des römischen Kalenders (entsprechend 15:00 Uhr) stattgefunden haben soll. Der Name Karfreitag leitet sich vom althochdeutschen Wort „kara“ ab und bedeutet weinen oder trauern. Die französischen und italienischen Namen bedeuten schlicht „Karfreitag“. In manchen Teilen der Schweiz wird er auch „Stiller Freitag“ oder „Karfreitag“ genannt.

Welche Traditionen prägen den Karfreitag in der Schweiz?

Auch in der Schweiz ist der Karfreitag ein stiller Feiertag. Konkret bedeutet das: In den katholischen Kirchen finden weder Messen noch fröhliche Gesänge statt. Zudem wird der Altar nicht geschmückt, und selbst das Glockengeläut entfällt bis zur Osternacht. Vielerorts wird es durch Rasseln und ein Glöckchen ersetzt, das die Trauer um den Tod Jesu akustisch symbolisiert.

Auch in der Schweiz wird am Karfreitag gefastet und auf Fleisch und Alkohol verzichtet. Mancherorts steht traditionell Fisch auf dem Speiseplan.

Es ist eher ein weltlicher als ein christlicher Brauch, am Karfreitag zum Ostereinkauf in die Kantone Wallis oder Tessin zu reisen. In beiden Kantonen sind die Geschäfte wie gewohnt geöffnet. Dies ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im Tessiner Mendrisio eine Prozession mit rund 700 Laienschauspielern stattfindet, die die Grablegung Jesu darstellen.

In einer Stadt in der Westschweiz hüllen sich Frauen in sogenannte „Pleurosen“, schwarze Gewänder, die zusammen mit den Folterinstrumenten Jesu und dem Schweißtuch der Heiligen Veronika durch Romon im Kanton Freiburg getragen werden. Der Brauch geht auf das 15. Jahrhundert zurück.

Ostersonntag in der Schweiz

Der Ostersonntag (französisch: Paschal Day, italienisch: Giorno di Pasqua) ist in der ganzen Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Nach christlichem Glauben ist er sogar der wichtigste Feiertag des Jahres. Ostern bildet traditionell zusammen mit Karfreitag und Karsamstag das „Triduum Sacrum“, die drei heiligen Tage, die als Ganzes betrachtet werden. Diese Tage beginnen mit der Feier des letzten Abendmahls am Abend des Gründonnerstags. Das Datum des Osterfestes ist variabel und wird anhand des ersten Vollmonds nach der Tagundnachtgleiche und des darauf folgenden ersten Sonntags bestimmt. Alle anderen beweglichen Feiertage und Gedenktage wie Aschermittwoch, Fasnacht, Pfingsten und Christi Himmelfahrt werden nach dem Osterdatum berechnet.

Welche Tradition wird an Ostern beachtet?

Ostern markiert traditionell das Fest der Auferstehung Jesu. Dieses Ereignis geht auf die Urkirche in Jerusalem zurück. Die Auferstehung wird bereits in den Paulusbriefen ab dem Jahr 50 n. Chr. sowie im Markusevangelium erwähnt und gilt als Grundlage des christlichen Glaubens.

Der deutsche Name „Ostern“ leitet sich oft von der indoeuropäischen Wurzel „ausos“ oder dem griechischen „eos“ ab. Beide Wörter bedeuten Morgendämmerung und haben ihre Entsprechungen in der Bibel. Dort wird auch erwähnt, dass das leere Grab frühmorgens, also im Morgengrauen, entdeckt wurde.

Andere Erklärungsversuche verweisen auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara und ziehen eine Grenze zwischen Ostern und heidnischen Frühlingsfesten, was allerdings höchst umstritten ist.

Was passiert am Ostersonntag?

In der Kirche wird an Ostern üblicherweise feierlich eine Kerze angezündet, die symbolisiert, dass Jesus das Licht der Welt ist. Zusätzlich finden Gottesdienste bzw. Messen statt, die jeweils einem besonderen Thema gewidmet sind. Bemerkenswert ist, dass in katholischen Regionen erstmals seit dem Abend des Gründonnerstags wieder Glocken läuten und die Heilige Messe gefeiert werden kann, was in der Fastenzeit nicht praktiziert wird.

An manchen Orten wird Ostern am Osterabend gefeiert, wenn Osterfeuer angezündet werden.

Ostersonntag in der Schweiz

Auch in der Schweiz ist das Färben von Ostereiern zu Ostern Pflicht. Dieser Brauch stammt aus dem 17. Jahrhundert und bezieht sich auf die Fruchtbarkeitssymbolik der Eier. Nach christlichem Glauben färbten sich Eier kurz nach der Auferstehung Jesu erstmals rot. Dies geschah, nachdem Maria Magdalena dem Kaiser vom leeren Grab Jesu erzählte und dieser spöttisch erklärte, dies sei ebenso falsch wie die rote Eierschale. Der Legende nach färbten sich die Eier unmittelbar nach diesem Satz rot und überzeugten den Kaiser von der Auferstehung.

Beliebt ist auch das Eierütschen, das seit 1892 in Bern auf dem Kornhausplatz, aber auch in Familien anderswo stattfindet. Bei diesem Brauch versucht man, die Schale des gegnerischen Eis zu zerschlagen, indem man sich mit hartgekochten Eiern schlägt.

Zu den weiteren Ostertraditionen in der Schweiz gehören das Anzünden der Osterkerze und ein Osterbrunch. Zudem steigen die Verkaufszahlen von Schokoladenosterhasen rasant an, sodass in fast jedem Schweizer Haushalt einer dieser Leckerbissen zu finden ist.

Ostermontag

In der Schweiz ist der Ostermontag (französisch: le lundi de pâques, italienisch: Lunedi di Pasqua) ein gesetzlicher Feiertag, der in den meisten Kantonen dem Sonntag entspricht. Obwohl er nicht immer gesetzlich als Feiertag anerkannt ist, gilt der Tag fast überall als arbeitsfreier Tag. Einzige Ausnahmen sind das Wallis sowie einige Kantone wie Aargau und Solothurn.

Traditionell wird der Ostermontag am Sonntag vor Ostern gefeiert. Er ist damit vergleichbar mit dem Dreifaltigkeits- und dem zweiten Weihnachtsfeiertag. Bis ins Mittelalter galten die zwei Wochen zwischen Palmsonntag und Passionssonntag als arbeitsfreie Zeit.

Worauf basiert der Ostermontag?

Die Tradition, den Ostermontag als eigenen Feiertag zu feiern, lässt sich bis in die Zeit Papst Urbans VIII. zurückverfolgen. Im Jahr 1642 verfügte er, dass es neben dem „Triduum der Passion“, bestehend aus Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, auch ein anschließendes „Triduum der Auferstehung“ geben sollte. Der zuvor eingeschlossene Dienstag verlor jedoch bald seinen Status als Feiertag.

Die religiöse Grundlage des Ostermontags ist die biblische Geschichte der Emmausjünger. Nach dem Tod Jesu waren sie auf dem Rückweg von Jerusalem in ihre Heimatstadt Emmaus, als sie einem Mann begegneten. Erst nach einem gemeinsamen Mahl erkannten sie, dass es sich um den auferstandenen Jesus handelte. Die Folge war eine direkte Rückkehr nach Jerusalem und die Verkündigung der Auferstehung.

Ostermontagsbräuche in der Schweiz

Der wohl bekannteste Schweizer Ostermontagsbrauch ist das Zwänzgerle (Ganzer Duell), das vor allem in Zürich und Umgebung beliebt ist. Dabei spielen Kinder gegen Erwachsene: Die Kinder halten ein Osterei, die Erwachsenen einen 20-Rappen-Schein. Die Aufgabe der Erwachsenen besteht darin, den Schein mit einem Wurf in die Eierschale zu befördern. Gelingt ihnen das, dürfen sie das Ei essen, andernfalls bekommen die Kinder den Schein. Dieser Brauch lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen und wird in Zürich sowohl auf dem Rüdenplatz als auch unter den Arkaden der Altstadt gepflegt.

Sechs Geschlechter

Im Vergleich zu vielen anderen regionalen Schweizer Festen, wie etwa dem Jahrestag der Ausrufung der Republik Neuenburg oder dem Nefelser Farth, ist das traditionelle Sechseläuten ein viertägiger Anlass, den Zunftmitglieder, Einheimische und Gäste gemeinsam feiern. Das Sechseläuten wird auch als Zürcher Frühlingsfest bezeichnet und ist in der Region als Sächsilüüte bekannt. Dieses Fest fällt meist auf den dritten Montag im April, kann aber auch auf den vierten oder zweiten Montag fallen. Die Termine werden passend zu Feiertagen wie Ostermontag oder Karwoche sowie den jährlichen Schulferien gewählt und fünf Jahre im Voraus festgelegt. Es handelt sich somit um ein klassisches Frühlingsfest, obwohl die Organisatoren von seinen drei Wurzeln (Zunftfest, Frühlingsanfang, Wintervertreibung) sprechen.

Was passiert am Sechseläuten?

Das Herzstück des Sechseläutens ist das Verbrennen eines Bööggs (Schneemanns). Hier bestehen durchaus Parallelen zum Brauchtum   der Fanacht   (Fasnacht). In Zürich ist der Böögg ein mit Holzspänen und Feuerwerk gefüllter Schneemann. Interessanterweise wird die Brenndauer des Bööggs Jahr für Jahr sorgfältig dokumentiert und variiert in der Regel zwischen fünf und etwa 45 Minuten. Das Verbrennen findet seit 1902 jährlich um genau 18:00 Uhr (daher der Name) auf dem Sechseläutenplatz im Zentrum von Zürich statt. Die Bedeutung des Anlasses liegt auch darin, dass traditionell viele Prominente am Sechseläuten teilnehmen und das Fest sogar im Fernsehen übertragen wird.

Woher kommt der Name?

Der Name Sechseläuten geht auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 1525 zurück. Damals wurde festgelegt, dass nach der Tagundnachtgleiche Ende März um 18 Uhr die Schliessung durch die zweitgrösste Glocke des Grossmünsters verkündet wird.

Sechs Gilden und Zünfte

Das Sechsleuten markiert gewissermaßen den Feierabend, weshalb den 25 Zünften Zürichs eine besondere Bedeutung zukommt. Jährlich ziehen rund 3500 Zunftmitglieder ihre traditionellen Trachten und Uniformen an und marschieren, begleitet von rund 350 Reitern und Pferdekutschen, zu musikalischer Untermalung durch die Bahnhofstrasse zum Sechsleutenplatz. Nach dem Verbrennen des Begg (eine Art umgangssprachlicher Begriff für „Begg“) und einem gemeinsamen Abendessen ziehen die Zünfte feierlich und mit bunten Laternen schwenkend ab.

Weitere Bräuche am Sechseläuten

Erwähnenswert ist auch der Kinderumzug, der während der vier Sechseläuten-Tage in Zürich jeweils am Sonntag vor dem Fest stattfindet. Kinder verkleiden sich nach Lust und Laune und nehmen zu Tausenden am Fest teil. Eine weitere Tradition ist die viertägige Präsentation des Gastkantons, die seit 1991 auf dem Programm steht.